Nachttauchen – wichtige Tipps und Regeln

Nachttauchen - Regeln und Tipps

Nachttauchgang - die Unterwasserwelt bei Nacht erleben. Foto: © Piotr Szczap - Fotolia.com

Wichtige Tipps und Regeln für den nächsten Nachttauchgang

Nachts taucht man in eine vollkommen andere Unterwasserwelt ein, die zugleich faszinierend und unheimlich ist. Zur eigenen Sicherheit sollten deshalb beim Nachttauchen ein paar grundlegende Regeln beachtet werden.

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Nachttauchen birgt ein erhöhtes Risiko

Nachts in den Tiefen des Ozeans zu tauchen, ist etwas ganz Besonderes. Wer es schon einmal probiert hat, kann den nächsten Nachttauchgang kaum erwarten. Man sollte bei aller Vorfreude nicht vergessen, dass das Nachttauchen mit einem höheren Risiko verbunden ist. Insgesamt gibt es drei wichtige Punkte, die dabei berücksichtigt werden sollten:

  • Die Sicht ist bei beim Nachttauchen deutlich eingeschränkt und die Orientierung dadurch wesentlich schwieriger.
  • Die Lebewesen unter Wasser verhalten sich nachts in der Regel anders als am Tag.
  • Die dunkle Umgebung im Wasser wirkt sich auf die Psyche des Tauchers aus und kann Nervosität oder Angst hervorrufen.

Beim Nachttauchen gelten ein paar Besonderheiten, die man im Auge behalten sollte.

1. Planung eines Nachttauchgangs

Für die Tauchplanung von Nachttauchgängen bestehen dieselben Regeln, die auch tagsüber eingehalten werden müssen. Zusätzlich sind noch folgende Punkte wichtig:

  • Nachttauchgänge sollten nur an Spots durchgeführt werden, die man kennt. Zumindest der Guide sollte mit dem Tauchplatz bestens vertraut sein.
  • Die Bedingungen für den Tauchgang sollten gut sein (keine unberechenbare Strömung oder ein starker Seegang).
  • Nachts wird nur in kleinen Gruppen getaucht.
  • Nur erfahrene Nachttaucher sollten sich in größeren Tiefen wagen.
  • In der Nacht werden keine Dekotauchgänge geplant.
  • Anfänger sollten mindestens 20 bis 30 Tauchgänge absolviert haben, bevor sie an einem Nachttauchgang teilnehmen.
  • Der Einstieg und der Ausstieg müssen einfach zu erreichen sein. Am besten werden sie über und unter Wasser durch Markierungslichter gekennzeichnet.
  • Die Rettungskette muss auch bei Nachttauchgängen gewährleistet sein. Das bedeutet, dass der Rettungsdienst beziehungsweise eine Dekompressionskammer jederzeit erreichbar ist.
  • Zur Sicherheit sollte zusätzlich jemand an Land den Tauchgang überwachen und gegebenenfalls die Rettungskette einleiten.

2. Einweisung vor dem Nachttauchgang

Beim Briefing müssen neben der normalen Einweisung auch folgende Fragen geklärt werden:

  • Was macht man, wenn die Hauptlampe nicht mehr funktioniert?
  • Wie werden nachts Finimeter, Tiefenmesser, Kompass und Tauchcomputer abgelesen?
  • Auf welche Weise erfolgt die Kommunikation unter Wasser?
  • Wie verhält man sich, wenn man den Tauchbuddy in der Dunkelheit verliert?
  • Worauf muss man beim Einstieg beziehungsweise beim Ausstieg achten? Gibt es dort Gefahrenquellen? Sind Ein- und Ausstieg beleuchtet?

In der Regel wird beim Nachttauchen genau bestimmt, wie tief getaucht wird und wie lange der Tauchgang dauern soll. Diese Informationen erhält auch die Person an Land, die für die Überwachung der Taucher zuständig ist. Alle Teilnehmer müssen sich strikt an den Zeitplan halten, da ansonsten möglicherweise irrtümlich die Rettungskette ausgelöst wird.

Wenn es in der Gruppe Nachttauchanfänger gibt, sollte das beim Briefing berücksichtigt werden. Anfänger sind häufig vor dem ersten Nachttauchgang ängstlich oder nervös. Sie sollten deshalb ausführlich über den Verlauf des Tauchgangs und auf die Besonderheiten des Nachttauchens hingewiesen werden. Wichtig ist, sie zu nicht zu irgendwelchen Dingen zu überreden oder zu drängen.

3. Ausrüstung bei Nachttauchgängen

Neben der normalen Ausrüstung ist beim Nachttauchen eine Taucherlampe unentbehrlich. Beim Einsatz der Lampe ist Folgendes zu beachten:

  • Der Akku sollte vollständig geladen sein oder eine neue Batterie eingelegt werden. Die gesamte Brenndauer sollte dabei mindestens doppelt so lang sein wie der geplante Tauchgang.
  • Es ist sinnvoll, die Taucherlampe am Jacket zu befestigen.
  • Zusätzlich ist es empfehlenswert, eine Ersatzlampe mitzunehmen. Zumindest sollte jede Gruppe eine weitere Tauchlampe mitführen.
  • Die Zifferblätter beziehungsweise Displays von Finimeter, Kompass, Tiefenmesser und Tauchcomputer sollten beleuchtet oder nachleuchtend sein.

4. Signale beim Nachttauchen

Die Taucherlampe wird in der Regel erst im Wasser angemacht. Wenn man vor dem Tauchgang etwas in der Dunkelheit sucht, kann man die Lampe kurz einschalten. Sie sollte dabei ruhig gehalten werden. Ein wildes Herumfuchteln mit der Tauchlampe könnte als Notsignal missdeutet werden.

Die Verständigung unter Wasser erfolgt teilweise durch Lichtsignale:

Taucherlampe Signal OK

Taucherlampe Signal NICHT OK

  • Wird die Taucherlampe im Kreis bewegt, bedeutet das: alles in Ordnung, OK-Zeichen.
  • Eine Auf- und Abbewegung der Lampe hingegen signalisiert: Ich habe ein Problem.
  • Wenn der Lichtkegel auf eine bestimmte Stelle gerichtet und dabei im Kreis bewegt wird, heißt das: Schau mal hier hin.

Bei der Verwendung der Taucherlampe sollte man noch Folgendes beachten:

Taucherlampe Signal mit OK Handzeichen

  • Die Lampe wird nach vorne gehalten und nicht dauernd in alle Richtungen bewegt. Dadurch gestaltet sich der Tauchgang ruhig und die anderen Taucher werden nicht irritiert.
  • Man sollte darauf achten, die Tauchpartner nicht mit der Lampe zu blenden. Die Lichtsignale können deshalb auch in Richtung Meeresboden ausgeführt werden.
  • Alternativ kann ganz auf Lichtsignale verzichtet werden. Stattdessen werden normale Handzeichen ausgeführt und dabei mit der Tauchlampe beleuchtet.

5. Nachttauchen – Umgang mit der Unterwasserwelt

Bei einem Nachttauchgang ist es besonders wichtig, die Lebewesen unter Wasser nicht zu stören. Auf keinen Fall sollte man schlafende Fische anfassen. Sie sind zum Teil in einen durchsichtigen Kokon eingehüllt, der sie vor Feinden schützt. Durch eine Berührung würde man diesen kaputtmachen.

Die Dunkelheit bietet nachtaktiven Jägern die Möglichkeit, auf Beutefang zu gehen. Muränen oder Haie verlassen beispielsweise ihre Verstecke und schwimmen herum. Ihr Verhalten ist dabei häufig anders als am Tag. Man sollte ihnen deshalb nicht zu nahe kommen oder sie verschrecken. Die Tiere dürfen nie mit der Tauchlampe direkt angeleuchtet werden. Am besten richtet man den Lichtkegel etwas daneben.

Eine gute Tarierung ist beim Nachttauchen besonders wichtig. Außerdem sollten Taucher immer einen großen Abstand zu Korallen oder Felsen einhalten, damit sie sich nicht verletzen und auch nichts unter Wasser beschädigen.

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