Jellyfish Lake in Palau

Jellyfish lake in Palau
Foto: © frantisek hojdysz - Fotolia.com

Der Jellyfish Lake in Palau – eine weltberühmte Attraktion für Schnorchler

Auf den Rock Islands in der ehemaligen deutschen Kolonie Palau gibt es für Tauchsportbegeisterte etwas Besonderes: den Jellyfish Lake oder Quallensee. Millionen harmloser Mastigias Medusae Quallen leben in diesem natürlichen Biotop. Schnorchler können vollkommen gefahrlos durch einen lebenden Teppich dieser faszinierenden Tiere gleiten, da sie keine giftigen Nesseln besitzen.




Der Quallensee entstand nach der letzten Kaltzeit

Der Jellyfish Lake befindet sich auf der unbewohnten Kalksteininsel Eil Malk. Er ist mit dem Boot in 45 Minuten von Koror aus erreichbar, einer der Hauptinseln Palaus. Der See bildete sich vor rund 12000 Jahren, als nach der letzten Kaltzeit der Meeresspiegel anstieg. Durch das oberflächlich stark verkarstete Gestein der Rock Islands drang Salzwasser ein und sammelte sich in einer Senke. Nachsickerndes Meerwasser füllte den marinen See kontinuierlich, bis er sein heutiges Niveau erreichte. Der Seespiegel liegt genau auf Meereshöhe, die Gezeiten machen sich ebenfalls bemerkbar. Im Bereich der ersten drei Meter unterhalb der Wasseroberfläche schwankt der Salzgehalt stark durch Regen und Süßwasser aus der näheren Umgebung.

Der bis zu 30 Meter tiefe Jellyfish Lake hat eine Länge von 420 Metern und eine Breite von 200 Metern. Als einziger der 70 marinen Seen Palaus ist er für den Tourismus geöffnet. Seine offizielle Bezeichnung ist Ongeim’l Tketau. Als Jellyfish Lake oder Quallensee wird er wegen seiner ungewöhnlichen Bewohner bezeichnet. Die bernsteinfarbenen Mastigias Medusae Quallen besitzen keine giftigen Tentakel, da sie in der Abgeschiedenheit des Biotops kaum natürliche Feinde haben. Die Nesseltiere werden auch Golden Jellyfish oder Medusa genannt. Ihre Anzahl wird auf etwa 30 Millionen geschätzt. Die Tiere kommen noch in drei weiteren Seen Palaus vor: dem Clear Lake auf Eil Malk sowie dem Goby Lake und dem Big Jellyfish Lake auf Koror. Diese sind jedoch öffentlich nicht zugänglich.

Durch einen lebenden Quallenteppich schwimmen

Für Taucher ist die Vorstellung, mit Quallen zu schwimmen, zunächst äußerst bizarr. Die meisten Arten sind giftig und verursachen bei Kontakt mit den Tentakeln ein starkes Brennen auf der Haut. In seltenen Fällen können Begegnungen mit diesen Tieren sogar tödlich enden.

Nach dem etwas beschwerlichen 30-minütigen Spaziergang von der Küste durch den Dschungel der Rock Islands erreicht man den eher unscheinbaren Jellyfish Lake. Die hier siedelnden Mastigias Medusae Quallen sind vollkommen ungefährlich. Normalerweise haben sie die Größe eines Apfels. Es gibt jedoch Exemplare, die einen Durchmesser von bis zu 23 Zentimetern erreichen. Die Quallen befinden sich meistens direkt unter der Wasseroberfläche des mehr als 30 Grad warmen Gewässers. Es ist ein seltsames und unvergessliches Erlebnis durch Schwärme von Zehntausenden dieser Tiere hindurchschwimmen. Wer einen Urlaub in Palau macht, sollte sich dieses einzigartige Erlebnis nicht entgehen lassen.

Die meisten Quallen findet man jeweils an den Stellen des Sees, die von der Sonne beschienen werden. Der Grund liegt darin, dass die Medusen in Symbiose mit einzelligen Organismen (Zooxanthellen) leben, die ihrerseits eine bestimmte Algenart benötigen. Da die Algen für ihr Wachstum Licht brauchen, folgen sie immer dem Stand der Sonne. Im Schatten des Sees leben außerdem in Ufernähe fest angewachsene Seeanemonen, die einzigen natürlichen Feinde der Mastigias Medusae Quallen.

Hinweis: Im Jellyfish Lake ist die Benutzung von Atemgeräten verboten, da sich aufsteigende Luftblasen in den Schirmen der sensiblen Quallen verfangen können. Außerdem bildet sich ab einer Wassertiefe von 15 Metern Schwefelsäure, die für Taucher sehr gefährlich ist und sogar tödlich sein kann.

Video: Jellyfish Lake in Palau

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