Tauchcomputer für Anfänger

Tauchcomputer für Anfänger
Welche Tauchcomputer sind für Anfänger zu empfehlen? Foto: © Richard Carey

Tauchcomputer Empfehlung für Anfänger und Einsteiger

Heutzutage gibt es eine große Auswahl an Tauchcomputern. Als Anfänger kann man dabei leicht den Überblick verlieren. Fast alle Hersteller von Tauchausrüstungen wie SubGear, Scubapro, Oceanic, Cressi und Mares bieten eigene Modelle an. Besonders die finnische Firma Suunto hat sich in diesem Marktsegment einen Namen gemacht. Die Qualität aller Tauchcomputer, die in Fachgeschäften angeboten werden, ist durchweg gut. Neben Atemluft sind die modernen Geräte auch für Tauchgänge mit Nitrox geeignet. Einfache Einsteigermodelle leisten deshalb auch fortgeschrittenen Tauchern noch gute Dienste.




Ein Tauchcomputer für Anfänger – ist das nicht übertrieben?

Warum sollte man als Neuling einen eigenen Tauchcomputer besitzen? Es ist doch gar nicht sicher, ob man nach einigen Tauchgängen immer noch Lust hat? Das stimmt, jedoch ist ein Computer beim Tauchen ein unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand. Wenn man ihn nicht selbst besitzt, muss er für die Dauer des Tauchurlaubs gemietet werden. An vielen Tauchbasen ist ein Tauchcomputer bei Weitem der teuerste Teil der Ausrüstung. Oft ist es sogar günstiger, sich zu Hause einen Computer zu kaufen, als ihn für die Dauer von zwei Wochen vor Ort auszuleihen. Der wichtigste Grund für den eigenen Tauchcomputer liegt jedoch in der Bedienung. Die Leihausrüstung wie Atemregler, Tauchanzug oder Tarierweste ist in der Handhabung sehr ähnlich. Bei Tauchcomputern gibt es jedoch zum Teil große Unterschiede im Display. Deshalb ist es keine gute Idee, sich jedes Mal mit einem anderen Gerät in die Tiefe zu begeben. Mit großer Wahrscheinlichkeit beherrscht man das geliehene Modell nicht sicher und kann die Anzeige in stressigen Situationen schwer ablesen. Das kann sehr gefährlich werden und man sollte dieses Risiko nicht eingehen.

Unterschiedliche Modelle von Tauchcomputern

Prinzipiell unterscheiden sich die einzelnen Typen der Tauchcomputer in der Berechnung der Stickstoffsättigung des Tauchers. Für Anfänger ist der unterschiedliche Algorithmus nicht so wichtig. Entscheidend ist die Anzeige der Restnullzeit, die bei allen Tauchcomputern sehr ähnlich ist. Das ist die Zeit, die ein Taucher ohne Dekostopp noch für seinen Tauchgang zur Verfügung hat. Bei Tauchcomputern gibt es drei verschiedene Systeme:

1. Tauchcomputer ohne Luftintegration

Beim einfachsten und preisgünstigen Modell ist keine Verbindung zur Tauchflasche vorhanden. In die Berechnung der Restnullzeit fließt deshalb der Luftverbrauch nicht mit ein. Dieser muss am Finimeter vom Taucher selbst kontrolliert werden. Die Computeranzeige ist übersichtlich und man wird nicht durch eine Vielzahl an Details überfordert. Ein Tauchcomputer ohne Luftintegration ist besonders für Einsteiger gut geeignet.

2. Tauchcomputer mit Luftintegration und Schlauchanschluss

Modelle mit einem Schlauchanschluss sind heutzutage nicht mehr ganz aktuell. Der Tauchcomputer befindet sich in einer Konsole genau wie der Tiefenmesser, der Kompass und das Finimeter. Vorteilhaft ist dabei die feste Schlauchverbindung, die kaum störungsanfällig ist. Der Computer kann die Restluft und den Luftverbrauch zusätzlich in die Berechnung einfließen lassen. Nicht so günstig für Tauchanfänger ist die Position in der Konsole. In stressigen Situationen kann es schwierig sein, den Tauchcomputer an der Tarierweste zu finden.

3. Tauchcomputer mit Luftintegration und drahtloser Verbindung

Ein luftintegrierter Tauchcomputer, der mit einem drahtlosen Sender ausgestattet ist, verfügt über die modernste Technik auf dem Markt. Bei diesem Modell werden ebenfalls Luftverbrauch und Restluftmenge in die Berechnungen einbezogen. Der Flaschendruck wird dabei über Funk an den Computer übermittelt. Diese drahtlose Technik ist allerdings störungsanfällig. Probleme mit der Funkübertragung können auftreten, wenn bei einem gemeinsamen Tauchgang mehrere Taucher drahtlose Sender mitführen. Auch die elektrische Aufladung von Unterwasserblitzgeräten kann das System beeinträchtigen. Darüber hinaus sind diese Modelle teuer und können Anfänger leicht überfordern.

Der Tauchcomputer als Armbandmodell

Heutzutage werden die meisten Tauchcomputer wie eine Uhr am Handgelenk getragen. Das gilt sowohl für einfache als auch für luftintegrierte Geräte. Der größte Vorteil besteht darin, dass das Display leicht abzulesen ist. In stressigeren Momenten weiß auch ein Neuling automatisch, wo der Tauchcomputer zu finden ist.

Welche Funktionen sollte ein Tauchcomputer für Anfänger haben?

So gut wie alle modernen Geräte zeigen die wichtigsten Werte an. Was sind die entscheidenden Funktionen, auf die man sich als Neuling konzentrieren sollte?

1. Der Tauchzeitzähler

Sobald der Tauchcomputer mit Wasser in Kontakt kommt, beginnt eine Uhr vorwärts zu zählen. Der Tauchzeitzähler zeigt dabei die exakte Dauer des Tauchgangs.

2. Die aktuelle Tauchtiefe

Der integrierte Tiefenmesser gibt die momentane Tauchtiefe an.

3. Die Restnullzeit

Anhand der Dauer des Tauchgangs und der Tauchtiefe errechnet der Computer die verbleibende Zeit, bevor ein Dekostopp notwendig wird.

4. Dekompressionsstopps

Anfänger sollten einen großen Sicherheitsabstand zur Nullzeitgrenze einhalten und keine Dekostopps einplanen. Sollten trotzdem Dekompressionsstopps notwendig sein, zeigt der Tauchcomputer diese an.

5. Akustische Aufstiegswarnung

Wenn der Taucher schneller als 18 Meter pro Minute aufsteigt, schaltet sich ein akustisches Warnsignal ein.

6. Der Sicherheitsstopp

Nach Beendigung des Tauchgangs wird standardmäßig ein 3-minütiger Sicherheitsstopp in einer Wassertiefe von fünf Metern durchgeführt. Moderne Tauchcomputer starten automatisch eine Stoppuhr, sobald sich der Taucher in fünf Meter Tiefe befindet.

7. Stickstoffsättigung bei Wiederholungstauchgängen

Bei mehreren Tauchgängen an einem Tag speichert der Computer die restliche Stickstoffsättigung. Zusätzlich berechnet er den Abbau des Stickstoffs während der Ruhezeit an der Oberfläche. Abhängig von der Restsättigung werden die Nullzeitgrenzen für weitere Tauchgänge automatisch bestimmt.

8. Die Flugverbotszeit

Nach dem letzten Tauchgang sollte man nicht sofort in ein Flugzeug steigen. Die verbleibende Zeit bis zur Flugtauglichkeit zeigt der Tauchcomputer an. Unabhängig von der Anzeige ist es in jedem Fall am sichersten, eine 24-stündige Flugverbotszeit einzuhalten.

Welche Tauchcomputer sind für Anfänger zu empfehlen?

Am Anfang ist es nicht nötig, einen Tauchcomputer mit vielen Extras zu besitzen. Viele einfache Modelle, die sich auf das Wesentliche beschränken, sind gut für Einsteiger geeignet. Günstige Angebote gibt es schon ab 140 Euro. Wichtig ist jedoch, dass der Batteriewechsel selbstständig durchgeführt werden kann. Nichts ist ärgerlicher, als beim Tauchurlaub festzustellen, dass ein Austausch nur beim Fachhändler möglich ist. Am besten nimmt man eine Ersatzbatterie und eine zusätzliche Gummidichtung mit. Dann steht einem erlebnisreichen Tauchurlaub nichts mehr im Wege.

Folgende Tauchcomputer haben ein besonders gutes Preis/Leistungsverhältnis:




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2 Antworten

  1. Jens sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Ich selber mache gerade meinen Tauchschein und habe mir schon Gedanken gemacht welchen Tauchcomputer für den Anfang für mich das beste ist. Dank dieser Hilfestellung fällt mir es jetzt einfacher den richtigen Tauchcomputer zu kaufen 🙂

  2. Hans sagt:

    Hallo,
    hatte vor dem Artikel noch nicht ganz den Überblick was man beim Kauf beachten sollte und welche Unterschiede es gibt. Freue mich, dass ich nun endlich bescheid weiß und auf die Suche nach einem geeigneten Tauchcomputer gehen kann.
    Vielen Dank dafür!
    LG

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