Der Steinfisch

Echter Steinfisch
Ein echter Steinfisch - aufgenommen in Raja Ampat (Indonesien). Foto: © Robert Kopp

Steinfische – die Meister der Tarnung

Steinfische gehören zu den giftigsten Fischen der Erde und sind sogar für den Menschen tödlich. Als Lauerjäger können sich die Meister der Tarnung tagelang auf einer Stelle aufhalten und auf ahnungslose Opfer warten. Wenn ein Beutetier vorbeischwimmt, reißt der Steinfisch blitzschnell sein riesiges Maul auf und saugt es in seinen Schlund.




Interessantes über Steinfische

Steinfische zählen zur Familie der Skorpionfische. Sie erreichen eine Länge von bis zu 40 Zentimetern und wiegen rund zwei Kilogramm. Ihre schuppenlose braune bis graubraune Haut zeigt unregelmäßige Flecken und ist mit warzenartigen Fortsätzen bedeckt. Steinfische haben einen wuchtigen Körper und einen großen Kopf. Die Rückenflosse erstreckt sich über den gesamten Rücken. Sie ist mit 13 Stacheln versehen, die je zwei Giftdrüsen aufweisen. Das mächtige Maul verläuft vertikal zum Körper, die Augen befinden sich im oberen Teil des Kopfes.

Steinfisch – Lebensraum und Vorkommen

Steinfische sind in tropischen und subtropischen Flachgewässern beheimatet. Das Verbreitungsgebiet umfasst einen Bereich vom Bundesstaat Queensland in Australien, über den Indischen Ozean, die ostafrikanische Küste bis zum Roten Meer. Man trifft sie in Tiefen von zwei bis dreißig Metern an. Häufig graben sich Steinfische am Fuß eines Korallenriffs in sandigem Untergrund ein. Sie sehen dabei normalen Steinen zum Verwechseln ähnlich. Steinfische sind Lauerjäger und warten geduldig auf ihre Beute. Dabei liegen sie bewegungslos am Meeresgrund und warten auf Fische oder Krebstiere. Kommt ein argloses Opfer angeschwommen, wird es blitzartig mit dem großen Maul verschlungen.

Steinfische sind typische Einzelgänger. Lediglich in der Paarungszeit trifft man auf größere Gruppen dieser Tiere. Die Fortpflanzung findet während der Wintermonate in Küstennähe statt. Dabei stoßen die Steinfischweibchen gelatineähnliche Eipakete aus, die aus mehreren Tausend Eiern bestehen. Die Meeresströmung verteilt sie über ein weites Gebiet.

Steinfische

Steinfische sind sehr giftig. Foto: © Michael Henke

Vorsicht Tretmine: Verletzungsgefahr

Steinfische sind perfekt getarnt und deshalb so gut wie nicht zu entdecken. Sie vertrauen vollkommen auf ihre gute Maskierung und lassen sich nicht aufscheuchen oder vertreiben. Die Tiere bleiben einfach reglos sitzen und richten zur Verteidigung ihre Giftstacheln auf. Wenn man versehentlich auf einen Steinfisch tritt oder gegen ihn stößt, dringen diese Stacheln in die Haut ein. Dabei presst der Betroffene durch den eigenen Druck die Giftdrüsen aus.

Die Wirkung des neurotoxischen Gifts setzt sehr schnell ein. Die Symptome reichen von stärksten Schmerzen über Zerstörung des Gewebes (Nekrose), Schwellungen, Missempfindungen und Lähmungen an der betroffenen Stelle. Zusätzlich tritt häufig Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bewusstseinsstörungen, Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen auf. Die Vergiftung durch Steinfische kann für den Menschen tödlich sein. Die Dokumentationen über Todesfälle sind allerdings schlecht. In verschiedenen Ländern erhält man vollkommen unterschiedliche Informationen darüber. Sie reichen von „60 % aller Betroffenen sterben“ bis zu „in seltenen Fällen kann ein Stich durch die Giftstacheln zum Tod führen“. Zweifellos sollte man Vergiftungen durch Steinfische sehr ernst nehmen und umgehend Sofortmaßnahmen durchführen. Am einfachsten lassen sich Gefahren durch giftige Tiere mithilfe der goldenen Regel vermeiden: Im Wasser nichts berühren.

Im Lebensraum von Steinfischen sollte man Folgendes beachten:

  • Niemals am Riff festhalten oder darauf herumklettern.
  • Beim Baden nicht mit den Füßen auf irgendwelche Steine o. ä. treten. Am besten läuft man überhaupt nicht barfuß im Wasser herum.
Steinfisch Lebensraum

Steinfische sind Meister der Tarnung. Foto: © Harald Latz

Erste Hilfe Maßnahmen bei Steinfisch-Stich

Der Stich eines Steinfischs ist extrem schmerzhaft. Normale Schmerzmittel inklusive Morphium wirken gar nicht. Wer Injektionen setzen kann (Ärzte, Heilpraktiker, Krankenschwestern usw.), sollte umgehend Lidocain in die Wunde beziehungsweise rund um das betroffene Areal spritzen. Wenn die Spritze richtig gesetzt wurde, lassen die Schmerzen augenblicklich nach.

Weitere wichtige Maßnahmen:

  • Umgehend das Wasser verlassen, da Ertrinkungsgefahr besteht.
  • Den Betroffenen sofort hinlegen.
  • Die Wunde mit Meerwasser auswaschen.
  • Eventuell stecken gebliebene Stachelspitzen mit einer Pinzette entfernen.
  • Verdünnte Natriumpermanganat-Lösung auf die Wunde auftragen.
  • Den Verletzten beruhigen und schnellstmöglich ärztliche Hilfe anfordern beziehungsweise die Rettungskette einleiten.

Eine weitere Maßnahme besteht darin, die Wunde sofort mit heißem Wasser zu spülen. Diese Methode ist allerdings umstritten, da auch eigenes Gewebe durch Verbrühen geschädigt werden kann. Außerdem ist in den seltensten Fällen warmes Wasser vor Ort vorhanden. In Australien gibt es ein Antidot gegen das Gift der Steinfische.

Steinfisch Video

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