Tauchen in der Karibik

Tauchen in der Karibik – das Belize Barrier Reef
Tauchen in der Karibik. Foto: © Brian Kinney - Fotolia.com

Tauchen in der Karibik – das Belize Barrier Reef

Das Küstengebiet von Belize bietet ein einzigartiges Naturwunder mit dem längsten Barriereriff der Nordhalbkugel und dem insgesamt zweitgrößten der Welt. Das Belize Barrier Reef besteht aus einer Vielzahl von kleinen Inseln (Cayes), Mangrovenwäldern und einer faszinierenden Unterwasserwelt. Mit seiner großen Anzahl an Pflanzen und Meerestieren ist es eines der vielfältigsten Ökosysteme der Erde.




Das Barriereriff von Belize

Das Belize Barrier Reef erstreckt sich von der Halbinsel Yucatán über die Islas de la Bahia bis an die Küste von Honduras. Es hat eine Länge von 250 Kilometern und ist damit das zweitlängste Barriereriff der Erde nach dem australischen Great Barrier Reef. In diesem einzigartigen Lebensraum sind 70 Hartkorallen-, 30 Weichkorallen-, 250 Pflanzen- sowie 500 Fischarten beheimatet. Zusätzlich bevölkern große Mengen an Krustentieren und Schwämmen das Riff. Gefährdete Arten wie die Grüne Meeresschildkröte, die Westindische Seekuh, das Amerikanische Krokodil sowie einige Vogelarten sind hier ebenfalls heimisch. Da 90 Prozent des Barriereriffs noch gar nicht erforscht wurden, gibt es vermutlich weitere bisher unbekannte Lebewesen in diesem einmaligen Biotop. Drei der vier karibischen Atolle gehören zum Staatsgebiet von Belize: Lighthouse Reef, Glover’s Reef und Turneffe Islands.

Weltnaturerbe der UNESCO

Große Gebiete des Belize Barrier Reef und der Inseln sind als Naturreservate geschützt und gehören seit 1996 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Dazu zählen die beiden Nationalparks Laughing Bird Caye und Bacalar Chico, die Reservate Glover’s Reef, Sapodilla Cayes und South Water Caye sowie die Nationaldenkmäler Half Moon Caye und Great Blue Hole. Das gesamte Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von knapp 1000 Quadratkilometern.

Tauchen im Great Blue Hole

Das Barriereriff von Belize bietet Tauchern ein spektakuläres Unterwasserparadies mit Steilwänden, farbenprächtige Korallengärten, Höhlen und Schluchten. Der bekannteste Spot ist das Great Blue Hole am Lighthouse Reef, das von Jacques-Yves Cousteau zu einem der zehn besten Tauchplätze der Welt erklärt wurde. Die kreisrunde Öffnung stellt eine unterseeische Doline dar, die wie die Cenoten Mexikos (Dos Ojos, Ik-Kil, Temple of Doom) durch den Einsturz einer Kalksteinhöhle entstanden ist. Aus der Vogelperspektive sticht das Great Blue Hole sofort ins Auge durch den Kontrast der auffälligen, tiefblauen Farbe gegenüber den türkisfarbigen Gewässern der Karibik. Es hat einen Durchmesser von mehr als 300 Metern und eine Tiefe von bis zu 125 Metern.

Tauchen im Great Blue Hole

Tauchen im Great Blue Hole. Foto: © wollertz – Fotolia

Das Great Blue Hole ist bei Freiwassertauchern sehr beliebt. In dem kristallklaren Wasser trifft man auf viele, farbenprächtige Fischarten wie den Mitternachts-Papageifisch. Der Karibische Riffhai kommt häufig vor, auch Bullenhaie und Hammerhaie werden gelegentlich gesichtet. Zahlreiche, imposante Stalaktiten mit einer Länge bis zu acht Metern und einem Durchmesser von knapp zwei Metern erinnern noch an die ursprüngliche Kalksteinhöhle. An der Südwand des Great Blue Hole befindet sich in einer Tiefe von 35 bis 40 Metern der Einstieg in ein faszinierendes Unterwasserhöhlensystem.

Die Cayes – kleine Inseln im Belize Barrier Reef

Über das Riff sind 450 idyllische Inseln verteilt, die sogenannte Cayes. Die Bekanntesten unter ihnen sind Caye Caulker, Ambergris Caye und Blackadore Caye. Die Cayes bieten ideale Bedingungen für Taucher und Schnorchler. Die größte Insel und gleichzeitig das Touristenzentrum von Belize ist Ambergris Caye. Das Eiland Blackadore Caye wurde im Jahre 2005 von Leonardo DiCaprio gekauft. In den nächsten drei Jahren soll dort gemeinsam mit der Hotelkette Four Seasons ein luxuriöses Resort entstehen.

Belize Barrier Reef

Faszinierende Unterwasserwelt – Belize Barrier Reef. Foto: © ead72 – Fotolia

Die ersten Bewohner der Cayes waren Mayas, die dort vor rund 2500 Jahren zeremonielle Orte und Grabstätten errichteten. Erst im 17. Jahrhundert kamen auch Europäer auf die Inseln. Es handelte sich hauptsächlich um Piraten, die französische und spanische Handelsschiffe überfielen. Die Cayes sind heutzutage bei US-Amerikanern und Mexikanern sehr populär, die nicht nur Urlaub machen, sondern dauerhaft dort leben.

Korallenbleiche und Umweltverschmutzung

Die Unterwasserwelt des Belize Barrier Reef ist von der Korallenbleiche betroffen. Bei diesem Phänomen stoßen die Steinkorallen ihre Symbionten (Zooxanthellen, eine Algenart) ab, wodurch der Korallenstock seine Färbung verliert. Vor allem geschieht das bei einem Anstieg der Temperatur des Meerwassers. Weitere Umweltprobleme des Riffs sind menschengemacht: illegale Fischerei, Abholzung der Mangrovenwälder und die Verschmutzung des Meeres. Das Barriereriff von Belize wurde deshalb als gefährdetes Welterbe auf die Rote Liste der UNESCO gesetzt.




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