Strömungstauchen

Strömungstauchen / Flusstauchen

Drift Diving, Fluss- oder Strömungstauchen stellt eine Tauchvariante dar, bei der sich ein Taucher von der Meeresströmung oder einem Fluss mitziehen lässt. Durch die Strömung entsteht der spektakuläre Eindruck, unter Wasser zu fliegen. Auf diese Weise überwinden Taucher in kurzer Zeit größere Entfernungen als bei normalen Tauchgängen und erleben dabei eine abwechslungsreiche Unterwasserflora und -fauna. Das Drift Diving in Bächen, Flüssen oder Kanälen ist eine große Herausforderung und eignet sich nur für erfahrene Taucher. Strömungstauchgänge im Meer, in Teichen oder Seen sind in der Regel weniger riskant und können auch von Anfängern durchgeführt werden.

StrömungstauchenFoto: © ftansari – Fotolia.com

Strömungstauchen im Meer, Teich oder See

Einige der besten Tauchplätze der Welt findet man in Gebieten mit starken Strömungen. Das nährstoffreiche Meerwasser lockt Fische in großer Zahl an. Raubfische finden einen reich gedeckten Tisch vor. Für Taucher bietet das Drift Diving im Meer die Gelegenheit, viele einzigartige Meeresbewohner hautnah zu erleben. Die Planung eines Strömungstauchgangs erfordert einen höheren Aufwand. Auf Seen oder im offenen Meer empfiehlt sich ein Tauchboot, das den Tauchern folgt. Je nach Strömungsverhältnissen sollte möglichst schnell abgetaucht werden. Ist die Tauchtiefe erreicht, schießt der Dive Leader eine Signalboje ab. Das Boot kann die Bewegungen der Taucher anhand der Boje an der Oberfläche verfolgen. Wenn der Tauchgang von einem geankerten Boot oder von der Küste aus beginnt, wird der Hinweg immer gegen die Strömung zurückgelegt. Am Anfang haben die Taucher noch genügend Kraft und Luftreserven zur Verfügung. Gegen Ende des Tauchgangs kann es leicht zu einer Überanstrengung und einem erhöhten Atemgasverbrauch kommen. In diesem Fall lassen sich die Taucher einfach von der Strömung zum Ausgangspunkt zurücktreiben.

Strömungstauchgänge vom Strand aus sollten nicht direkt nach dem Einsetzen der Flut angegangen werden. Denn dabei ist es gut möglich, dass ein Taucher auf das offene Meer hinausgezogen wird. Im Meer liegt die größte Gefahr für Taucher darin, von der Strömung abgetrieben und von Tauchpartnern oder der Bootscrew nicht mehr gefunden zu werden. Jeder Taucher sollte deshalb mit einer Signalboje und einer professionellen Reel ausgerüstet sein. Verliert man den Blickkontakt zu seinem Buddy, kann man sofort die Boje abschießen und dann langsam zur Oberfläche aufsteigen. Durch die gesetzte Boje ist die Bootscrew jederzeit in der Lage feststellen, wohin ein Taucher abgetrieben wird. Häufig lassen geankerte Tauchboote zusätzlich eine sogenannte Strömungsleine zu Wasser. Dabei handelt es sich um eine Boje, die an einem Seil hängt, das mehrere Hundert Meter lang ist. Werden Taucher an dem Boot vorbeigetrieben, gelingt es ihnen oft noch, sich an der Strömungsleine festzuhalten. Anschließend können sie von einem Beiboot aufgesammelt werden. In einigen Ländern besteht die Vorschrift, dass die Signalbojen mit einer internationalen Tauchflagge ausgestattet sein müssen.

Strömungstauchen in Kanälen, Bächen und Flüssen

Die Regeln des Strömungstauchens im Meer oder im See gelten gleichermaßen auch für Bäche oder Flüsse. Je nach Stärke der Strömung sowie der Breite und Tiefe eines Flusses können weitere Vorkehrungen erforderlich sein. In einem seichten Fluss ist es sinnvoll, den Tauchgang gegen die Strömung zu beginnen. Wenn sie zu stark ist, wird ausschließlich mit der Strömung getaucht. Einstiegs- und Ausstiegsstelle befinden sich dann nicht an demselben Ort. In Bächen oder kleineren Flüssen ist es unter Umständen nicht möglich, im Buddysystem zu tauchen. In diesem Fall können Helfer in gewissen Abständen am Ufer aufgestellt werden, um in einer Notsituation den Verunglückten zu retten. Wird im Wildwasser getaucht, empfiehlt sich das Anbringen von Sicherungsleinen im Wasser oder über der Wasseroberfläche. Unterhalb der Ausstiegsstelle kann zusätzlich eine Sicherungsmannschaft diejenigen Taucher abfangen, die von der Strömung abgetrieben werden. Helfer und Sicherungsmannschaft sind darüber hinaus mit einem oder mehreren Wurfsäcken ausgestattet. An Wirbeln, Stromschnellen, unterspülten Felsen, Walzen oder Weißwasser (tanzende Schaumkronen) sollte generell auf das Tauchen verzichtet werden. Eine weitere Gefahr stellen Felswände (Prellwände) dar, an denen das Wasser umgelegt wird. An diesen Stellen ist die Strömung häufig extrem stark.

Video Flusstauchen

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