Tauchausrüstung

Die Tauchausrüstung

Damit Menschen überhaupt tauchen können, müssen sie sich den Gegebenheiten unter Wasser anpassen und technische Geräte zur Unterstützung nutzen. Diese Hilfsmittel machen es möglich, dass der Taucher:

  • unter Wasser sehen kann.
  • mit Atemluft versorgt wird.
  • vor Kälte geschützt wird.
  • sich orientieren und tarnen kann.
  • vor Verletzungen geschützt wird, wie sie durch scharfe und spitze Gegenstände, Korallen, Quallen und Seeanemonen entstehen können.

Wie diese Geräte aussehen, hängt davon ab, unter welchen Bedingungen und zu welchem Zweck getaucht wird.

Die Tauchergrundausrüstung

Alle Sport- und Rettungstaucher benötigen eine Tauchergrundausrüstung oder ABC-Ausrüstung. Diese besteht aus der Tauchmaske, dem Schnorchel und den Tauchflossen. Anders als bei einer Schwimmbrille bedeckt die Tauchmaske oder Druckausgleichsmaske auch die Nase. Wird die Nase mit den Fingern zusammengedrückt und gleichzeitig durch die Nase Luft geholt, entsteht ein Druckausgleich, der einem Barotrauma vorbeugt. Die ABC-Ausrüstung ist nicht zum professionellen Tauchen, sondern lediglich zum Schnorcheln und zum Apnoetauchen geeignet.

Gerätetauchausrüstung

Beim Sport- und Gerätetauchen sowie beim Berufstauchen wird ein Drucklufttauchgerät verwendet. Dieses Gerät, das im Fachjargon auch „Autonomes Unterwasser Druckluft-Atemgerät mit einem offenen Kreislauf“ genannt wird, besteht aus folgenden Elementen:

  • komprimierter Luft oder einem anderen Atemgas, die in einer oder mehreren Druckluftflaschen oder Tanks gefüllt wird.
  • Zur Reduzierung des Flaschendrucks auf den Umgebungsdruck unter Wasser wird ein Atemregler mit zwei Stufen verwendet, die hintereinander geschaltet werden.
  • Um den Auftrieb regulieren zu können, muss der Taucher außerdem eine aufblasbare Tarierweste tragen.

Der Inflatorschlauch, der zum Aufblasen und Ablassen der Luft in der Tarierweste benötigt wird, befindet sich an der ersten Stufe des Atemreglers, ebenso wie auch das Finimeter, auf dem der Taucher den noch verbleibenden Flaschendruck ablesen kann. Die Flasche selbst wird auf der Backplate oder der Rückenplatte der Weste befestigt. Zusätzlich gibt es einen Reserveregler, der mittlerweile zum Standard gehört. Wird in kalten Gewässern bei Temperaturen unter 10° Grad getaucht, dann sind immer zwei separate Stufen empfehlenswert.

Der Tauchanzug ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung, denn dieser Anzug schützt vor Kälte. Die Bleigewichte sind für die Kompensierung beim Auftrieb des Tauchers und seiner Tauchausrüstung zuständig und werden entweder an einem Gurt mit verstellbarer Schnalle getragen oder aber in den Taschen der Tarierweste verteilt. Es gibt unterschiedliche Tauchanzüge, wie den Nass- und Halbtrockenanzug und den Trockenanzug aus Neopren, aber auch den Anzug aus Gummi- oder Polyurethanbeschichtetem Textilgewebe. In kaltem Wasser werden zudem Tauchhandschuhe und Füßlinge getragen, die ebenfalls aus Neopren gefertigt sind. Eine Kopfhaube, die separat getragen oder im Tauchanzug integriert wird, ist immer sinnvoll, da die meiste Körperwärme über den Kopf verloren geht.

Abgerundet wird die Tauchausrüstung von einem Tiefenmesser, der die Tauchtiefe anzeigt. Die Tiefenmesser der neueren Generation haben einen integrierten Tauchcomputer, der dem Taucher neben der maximalen Tiefe des Tauchgangs auch die Nullzeit und die noch verbleibende Tauchzeit anzeigt. Wenn kein Tauchcomputer zum Einsatz kommt, muss der Taucher mit einer Dekompressionstabelle oder auch Tauchtabelle arbeiten, um die Dekompressionskrankheit zu vermeiden, die entsteht, wenn eine zu hohe Sättigung an Stickstoff im Gewebe ist. Spezielle Taucheruhren sind ebenfalls eine sehr gute Alternative zum Tauchcomputer.

Weitere Ausrüstungsteile

  • Sehr wichtig ist auch der Tauchkompass, der wasser- und druckfest sein muss. Dieser Kompass wird notwendig, wenn die Sichtweiten unter Wasser zu gering sind, um noch navigieren zu können.
  • Jeder Taucher sollte ein Tauchermesser dabei haben, denn das Messer hilft in Not- und Gefahrensituationen, wenn zum Beispiel ein Fischernetz den Aufstieg behindert. Diese Messer haben eine rostfreie Klinge, eine Schlagplatte am Griff und können mit einer Säge und einem Seilschneider ausgestattet sein. Viele Taucher wählen statt des Messers aber auch eine Schere, um Seile oder Netze besser durchtrennen zu können.
  • Schon in geringen Wassertiefen werden aus dem Licht die Rot- und Gelbanteile gefiltert und die Umgebung wird in ein blaues Licht getaucht. Mit einer Taucherlampe wird es dem Taucher möglich, Fische und andere Meeresbewohner komplett auszuleuchten und sie in Farbe zu sehen. Auch beim Nachttauchen, beim Höhlentauchen und oft auch beim Wracktauchen ist eine solche Lampe unerlässlich.
  • Damit der Taucher an der Wasseroberfläche in Notsituationen um Hilfe rufen kann, gibt es spezielle Signalgeräte. Dazu gehören Signalpfeifen, Blitzlichter, Signalbojen und auch Leuchtraketen.
  • Um sich akustisch bemerkbar zu machen, hat der Taucher Signal- und Kommunikationsgeräte für den Gebrauch unter Wasser. Es gibt den Tankbanger, eine Kugel aus Kunststoff, die mit einem festen Gummiband an einer Flasche festgemacht wird und sehr gut vernehmbare Geräusche von sich gibt. Auch mit dem Shaker, einer Metalldose mit kleinen Metallstücken, die geschüttelt wird, kann sich der Taucher bemerkbar machen. Sinnvoll ist es auch, eine kleine Tafel aus Kunststoff mitzunehmen, auf die mit einem wasserfesten Stift etwas geschrieben oder auch gezeichnet werden kann.
  • Zusätzlich können auch ein Tauchseil, eine Taucherflagge, ein Tauchlogbuch und eine Harpune mit auf den Tauchgang genommen werden. Die Harpune ist allerdings unüblich und in vielen Tauchrevieren auch verboten.

Spezielle Ausrüstung

Diese Gegenstände können, müssen aber nicht unbedingt mit zum Tauchen genommen werden:

  • eine Monoflosse
  • ein Rebreather oder Kreislauftauchgerät
  • eine Vollgesichtsmaske
  • ein Helmtauchgerät
  • ein Panzertauchanzug

Weitere Begriffe zur Taucherausrüstung im Lexikon

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