Tauchen lernen

Tauchen lernen

Wer Tauchen lernen möchte, sollten gewisse Grundvoraussetzungen beachten. Foto: © wiktor bubniak - Fotolia.com

Tauchen lernen – was sollte man wissen?

Sporttauchen ist ein faszinierendes Hobby und erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Wer tauchen lernen möchte, sollte sich vorher über ein paar Dinge im Klaren sein. Obwohl keine sportlichen Höchstleistungen erforderlich sind, darf man die Belastungen für den Körper und die Psyche nicht unterschätzen.

Werbung

Tauchen lernen – die körperlichen Voraussetzungen

Ein Sporttaucher muss zwar kein durchtrainierter Extremsportler sein, gewisse Grundvoraussetzungen sollen jedoch beachtet werden.

1. Grundfitness

Für einen Taucher ist es wichtig, über ein Mindestmaß an körperlicher Fitness zu verfügen. Er sollte in der Lage sein, seine Ausrüstung an Land selbst zu transportieren. Wenn man sich schon dabei vollkommen verausgabt, ist der folgende Tauchgang mit Sicherheit kein Vergnügen mehr.

Das Schweben in der Tiefe auf einer Stelle ist nicht das Einzige, was man beim Tauchen beherrschen sollte. Häufig ist es nötig, gegen Meeresströmungen anzuschwimmen. Wurde man von der Strömung abgetrieben, muss unter Umständen eine weite Strecke zurückgeschwommen werden. Bei Tauchern kann aufgrund der starken Anstrengung ein sogenanntes Essoufflement (Kurzatmigkeit) auftreten. Die flache, schnelle Atmung führt dabei ohne Gegenmaßnahmen zu einer Kohlendioxidvergiftung mit schwerwiegenden Störungen wie beispielsweise Bewusstseinstrübungen. Körperlich nicht fitte Taucher sind wesentlich stärker gefährdet als gut trainierte.

2. Vorerkrankungen

Früher war tauchen lernen für Personen mit bestimmten chronischen Krankheiten vollkommen ausgeschlossen. Beispielsweise galt das Dogma, dass insulinpflichtige Diabetiker wegen der Gefahr eines „Zuckerschocks“ nicht tauchtauglich wären. Durch die Fortschritte in der Tauchmedizin wurden in den letzten Jahren neue Regeln für das Tauchen mit Diabetes erarbeitet. Unter ärztlicher Kontrolle sowie durch bestimmte Vorkehrungen können heute auch Insulin spritzende Diabetiker tauchen lernen. Die Gefahr eines Tauchunfalls ist dabei nicht größer als bei vollkommen Gesunden. Personen mit anderen Grunderkrankungen wie beispielsweise Asthma oder Allergien informieren sich am besten bei einem Taucherarzt über Ihre Tauchtauglichkeit.

Tauchen lernen – die psychischen Voraussetzungen

Wer eine Tauchausbildung absolvieren möchte, sollte sich vorher über einige psychologische Dinge Gedanken machen. Woher kommt der Wunsch, tauchen zu lernen. Möchten Sie lediglich Ihrem Partner einen Gefallen tun oder stammt die Idee von Ihnen selbst? Am günstigsten ist es, wenn man vorher bereits Erfahrungen beim Schnorcheln gesammelt hat. Natürlich sollte man sich im Wasser auch bei starkem Wellengang sicher fühlen.

Beim Gerätetauchen kommen einige Faktoren zusammen, die man als „Landratte“ überhaupt nicht kennt. Man benutzt unter Wasser verschiedene Ausrüstungsteile und atmet Luft ein, die unter Druck steht. Hinzu kommt, dass die Sicht durch die Tauchmaske eingeschränkt ist. Diese Dinge können einen starken Einfluss auf die psychische Situation eines Tauchanfängers haben. Menschen legen in unerwarteten Situationen ein unterschiedliches Instinktverhalten an den Tag. Ein gewisser Respekt vor dem Unbekannten ist dabei vollkommen normal. Wenn unter Wasser eine plötzlich auftretende Angstattacke jedoch zu einer Panikreaktion führt, kann das sehr gefährlich werden. Wenn Sie an Angststörungen wie Platz- oder Höhenangst leiden, sollten Sie auf jeden Fall bei der tauchärztlichen Untersuchung darauf hinweisen.

Beim Betauchen eines Korallenriffs hat man direkten Kontakt zu Meeresbewohnern. Neben Fischen in allen Größen und Farben trifft man auch auf Muränen oder Quallen. Wer in den eigenen vier Wänden bereits Schweißausbrüche bekommt, weil eine kleine Spinne an der Wand sitzt, sollte sich überlegen, wie er auf die Lebewesen im Meer reagiert. Hinzu kommt, dass durch die Lichtbrechung unter Wasser alles etwa ein Viertel größer erscheint.

Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Zu den Voraussetzungen beim Tauchen gehören neben der Tauchausbildung auch psychische Stabilität und körperliche Fitness. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt sind, nimmt das Risiko für Tauchunfälle beträchtlich zu sowohl für den Taucher selbst als auch für die Tauchpartner. Die größten Risiken lassen sich durch eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung vermeiden.

Wenn man tauchen lernen möchte, wird in der Regel die Tauchschule oder der Verband vorher eine tauchärztliche Untersuchung verlangen. Anders als bei einer normalen Vorsorgeuntersuchung führt der Arzt vor allem bestimmte Tests zur Bestimmung der Tauchtauglichkeit durch. Es wird überprüft, ob die Ohren gesund sind und den häufigen Druckausgleich aushalten. Zusätzlich werden Herz und Lunge untersucht. Weitere Informationen rund um das Thema Tauchtauglichkeit gibt die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM). Neben allgemeinen Infos zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung finden Sie auch eine Liste von Tauchärzten sowie einen Vordruck für den Untersuchungsbogen (http://www.gtuem.org/76/Tauchtauglichkeit.html).

Seit einiger Zeit werden für Taucher regelmäßige, medizinische Kontrollen der Tauchtauglichkeit angeraten. Die Intervalle für diese Untersuchungen sind vom Alter des Tauchers abhängig. Die GTÜM empfiehlt sie in Abständen von:

  • maximal einem Jahr für unter 18-Jährige
  • höchstens drei Jahren für Taucher zwischen 18 und 39 Jahren
  • maximal einem Jahr für ein Alter ab 40

Fazit

Tauchen lernen ist nicht schwierig und das Tauchen selbst ist auch nicht besonders gefährlich. Allerdings stellt die Unterwasserwelt eine potenziell lebensfeindliche Umgebung für den Menschen dar. Nur mithilfe von Atemreglern und Atemgasen können wir uns für längere Zeit unter Wasser aufhalten. Deshalb sind die Anforderungen an Taucher höher als bei den meisten anderen Breitensportarten. Für Anfänger ist es sehr empfehlenswert, zunächst einen Schnupperkurs zu machen. Dabei kann man ohne große Investitionen die Tauchausrüstung kennenlernen und einmal im Schwimmbad durch einen Lungenautomaten atmen. An vielen Urlaubsorten bieten Tauchschulen sogar kostenlose Schnupperkurse im Hotelpool an. Wenn man sich mit voller Ausrüstung im Wasser wohlfühlt, steht auch dem Tauchen lernen nichts mehr im Wege.

Diesen Artikel jetzt im Forum diskutieren –––––––  oder  ––––––– Artikel weiter empfehlen

Antworten

Kommentar schreiben

© 2013 - 2017 Taucher.de - Alle Rechte Vorbehalten

Presse|Mediadaten|Unsere Banner|Kontakt|FAQ|AGB|Datenschutz|Impressum