Spät- und Folgeschäden durch das Tauchen?

Krank durch das Tauchen

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Macht Tauchen Dumm?

Immer wieder wird mit Leidenschaft darüber diskutiert, ob durch Tauchvorgänge Spät- und Folgeschäden am Gehirn eintreten können. Sicher ist dabei insoweit, dass das Gehirn auf Sauerstoffzufuhr angewiesen ist, um das Absterben der Gehirnzellen zu verhindern.

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Wasser gehört nun aber nicht zum natürlichen Lebensraum des Menschen. Deshalb ist der Mensch während eines Tauchvorgangs auch auf eine künstliche Sauerstoffzufuhr angewiesen. Dazu dient die Pressluft in der Sauerstoffflasche. Fraglich ist dabei jedoch, ob diese Pressluft die gleiche Qualität wie Frischluft hat und somit das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann. Ist dies nicht der Fall, könnte durchaus etwas dran sein an den Behauptungen der möglichen Gehirnschäden. Lapidar wird oft gerne einfach gefragt: Macht Tauchen wirklich dumm?

Nicht wenige Taucher hängen den Neoprenanzug an den Nagel

Festgestellt wurde, dass Symptome wie Gedächtnisverlust oder Konzentrationsstörungen häufiger bei Berufstauchern auftreten als bei Personen, die dem Tauchsport nicht frönen. Die Annahme negativer Auswirkungen des Tauchens auf das Gehirn liegen da nahe. Daher gab es durchaus einige Taucher, die dem Unterwassersport den Rücken gekehrt haben, aus Angst, langfristige Schädigungen zu riskieren. Einige Wissenschaftler halten jedoch dagegen und sehen keinen Zusammenhang zwischen Tauchen und Gehirnschädigungen. Letztlich ist es jedoch wie bei allem im Leben: Ein ausgewogenes Verhalten ist die beste Lösung. Tauchen als Hobby auszuüben und hin und wieder in den Neoprenanzug zu schlüpfen hat keinerlei Auswirkungen auf das Gehirn. Dieses wird durch den Sauerstoffgehalt in der Pressluft ausreichend versorgt. Ernsthafte Schädigungen des Gehirns treten erst bei einer etwa 5 Minuten andauernden unzureichenden Sauerstoffzufuhr auf. Studien der Christian-Albrechts-Universität bestätigen dies.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ein professionell durchgeführter Tauchgang, bei dem alle Regeln der Tauchkunst beachtet werden und der Taucher selbst sich in einer ausgezeichneten körperlichen Verfassung befindet, birgt kein erhöhtes Risiko für die Gesundheit. Das Einhalten der Sicherheitsregeln ist unerlässlich. Dazu gehört auch das Einlegen von Pausen. Während der Pause werden vom Körper die Mikroblasen wieder abgebaut, die beim Tauchen entstehen. Daher wird es nicht empfohlen, nach einem Tauchgang direkt ein Flugzeug zu besteigen, da hier der unterschiedliche Druck zu Schädigungen führen kann.

Ein besonderes Risiko birgt jedoch das immer beliebter werdende Apnoe-Tauchen. Bei diesem wird auf das Mitführen einer Sauerstoffflasche verzichtet. Der Taucher verlässt sich allein auf die Luft, mit der er vor dem Abtauchen seine Lunge gefüllt hat. Ein solcher Tauchgang kann durchaus mehrere Minuten dauern, was zu neurologischen Veränderungen im Gehirn führen kann. Durchgeführte Studien konnten jedoch noch nicht abschließend beweisen, dass es zu tatsächlichen Schädigungen kommt. Wie bei allen Sportarten bleibt daher zu sagen, dass stets alle bestehenden Sicherheitsregeln eingehalten werden sollten. Selbstüberschätzungen sind gerade bei einer Sportart wie Tauchen, die in einer für Menschen lebensfeindlichen Umgebung ausgeübt wird, in jedem Fall fehl am Platz.

Hinweis: Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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