Quallen – kaum wahrnehmbar, dafür umso deutlicher zu spüren

Quallen

Foto: © blufishdesign - Bigstock®

Quallen sind durchaus faszinierende Lebewesen, die in allen Weltmeeren zu Hause sind. Über 2500 Arten von diesen sogenannten Nesseltieren lassen sich weltweit finden. Alle haben gemein, dass sie einzig aus Wasser und Gallertmasse bestehen. Es gibt sie kugelig, würfelförmig oder auch schirmartig. Doch so einzigartig diese Tiere auch scheinen, den meisten von ihnen sollte man besser nicht zu nahe kommen.

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Die Bezeichnung „Nesseltier“ kommt nicht von ungefähr

Quallen haben an ihren Fangarmen spezielle Nesselkapseln. Kommt man als Schwimmer oder Taucher damit in Berührung, wird aus den Kapseln ein Gift herausgeschossen. Dies löst einen mit dem Kontakt zu Brennnesseln ähnelnden Effekt aus. Die Folge können sehr starke Schmerzen und auch Verbrennungen sein.

Als Besucher im natürlichen Lebensraum dieser Tiere sollte also durchaus nicht immer nur der berüchtigte Weiße Hai gefürchtet werden; eine viel höhere Verletzungsgefahr birgt der Kontakt mit Quallen. Diese zählen zu den giftigsten Meeresbewohnern überhaupt. Dabei unterscheiden sie sich jedoch im Grad ihrer Gefährlichkeit. Schirmquallen etwa sind wesentlich ungiftiger als Würfelquallen. Einen weiten Bogen sollte man in jedem Fall um die australische Seewespe machen. Diese gehört der Gattung der Würfelquallen an und ist jährlich für mehr Tote in Australien verantwortlich als Haie weltweit. Auch wenn mit diesen gefährlichen Lebewesen hierzulande nicht zu rechnen ist, gibt es auch in der Nordsee oder im Mittelmeer Quallen, wie beispielsweise die Feuerqualle, die bei Kontakt ebenso schmerzhafte Spuren hinterlassen kann. Quallen werden meist unterschätzt, da sie kaum wahrgenommen werden. Sie lauern sprichwörtlich als unsichtbare Gefahr im Wasser.

Was tun, wenn es zu einer Begegnung mit einer Qualle kam

Von Quallen gefährdete Gebiete sollten zum Schwimmen und Tauchen bestenfalls gemieden werden. An einigen Stränden wird hierzu sogar ein Schwimmverbot verhängt. Kommt es dennoch einmal dazu, dass man von einer Qualle gestochen wird, sollten einige Punkte beachtet werden. Die Symptome, die durch das Quallengift hervorgerufen werden, sind dabei sehr vielfältig. In der Regel treten sofort Schmerzen auf, die von einem Brennen und Juckreiz begleitet werden. Ebenso kann es zu Schwellungen kommen. Bei sehr intensiven Symptomen treten auch Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe oder allergische Reaktionen auf.

Einige Touristenstrände verfügen über eigene Rettungsschwimmer-Stationen. Diese sollten schnellstmöglich aufgesucht werden, denn dort weiß man meist, was in einem solchen Fall als Erste-Hilfe-Maßnahme zu tun ist. Ist man auf sich allein gestellt, ist es ratsam, Ammoniak oder Essig 50% verdünnt als Hausmittel mit sich zu führen. Gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte ein Erste-Hilfe-Kit nicht fehlen.

Sofortmaßnahmen bei einem Quallenstich

Merken sollte man sich, dass die betroffene Körperstelle nur mit Salzwasser ausgewaschen werden sollte, niemals mit Süßwasser. Süßwasser hat die unerwünschte Eigenschaft, dass es die Nesselzellen aktiviert, die sich durch den Stich noch auf oder in der Haut befinden. Dadurch werden die Schmerzen um ein Vielfaches verstärkt. Ammoniak oder Essig kann auf die Haut aufgetragen werden, danach lassen sich eventuell vorhandene Reste der Fangarme entfernen. Dafür eignet sich eine Pinzette oder sie werden einfach abgeschabt, etwa mit einem Messer oder einer Kreditkarte. Aufgetragen wird anschließend eine kortisonhaltige Salbe. Zudem kann das brennende Gefühl durch Eis oder Essigwickel gemindert werden.

Sollten die Schmerzen anhalten oder der Betroffene ist sich über den Grad der Verletzung unsicher, ist der Gang zum Arzt zu empfehlen. Zudem gilt es für die nächste Zeit, die betroffene Hautpartie nicht der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Auch wenn sich der Kontakt mit Quallen im Meer nie ganz vermeiden lässt, können einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Schwimmverbote sind unbedingt einzuhalten. Ebenso gilt es, ausgehängte Flaggen zu beachten, die auf Quallen hinweisen. Wird beim Strandspaziergang eine tote Qualle entdeckt, sollte sie in keinem Fall berührt werden. Auch das tote Tier kann immer noch sein Gift freisetzen.

 

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Eine Antwort

  • Steffen

    Danke für diesen Artikel. Sehr hilfreiche Tipps – Ein Buddy von mir ist letztes Jahr von einer Qualle gestochen worden. Nach seiner Aussage muss es furchtbar weh tun… Hoffe das mir nie eine Qualle zu nahe kommt :-)

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