Apnoetauchen – an die Grenzen der eigenen Fähigkeiten gehen

Apnoetauchen

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Was ist ein Apnoetaucher?

Der Apnoetaucher, oder auch Apnoist genannt, vertraut bei seinem Tauchgang allein auf seine eigenen Fähigkeiten. Er nutzt keinerlei technische Hilfsmittel wie Pressluft oder Nitrox und setzt allein auf die Kunst, mit angehaltenem Atem zu tauchen. Einmal tief Luft geholt und der Tauchgang kann beginnen; dies ist eine enorme Herausforderung für Körper und Geist und durchaus nicht immer ungefährlich. Ungeübte Taucher sollten sich daher nicht an dieser Extremsportart versuchen.

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Tauchen mit Tradition

Wer sich für Apnoetauchen interessiert, wählt die ursprünglichste Form des Tauchens. Bereits etwa 4500 v. Chr. tauchten die Menschen ohne Sauerstoffgerät. Damals ging es dabei jedoch weniger um die extreme Erfahrung selbst, als vielmehr um Lebensunterhaltung. So tauchten die Menschen damals nach Muscheln und Schwämmen, die sie dann verkaufen konnten, wie zum Beispiel die Haen-yo in Korea. Bei den japanischen Amas gibt es auch heute noch Perlentaucher und Speerfischer, die beim Tauchen allein auf ihren eigenen Luftvorrat vertrauen. In der Regel wird Apnoetauchen („Apnoe“ griechisch für „ohne Sauerstoff“ oder auch „Atemstillstand“) jedoch als Extremsportart ausgeübt Dabei werden regelmäßig neue Rekorde aufgestellt. Der aktuelle Weltrekord beim Zeittauchen liegt bei 11:35 Minuten. Wenn es um das Tieftauchen ohne Sauerstoffgerät geht, wurde der Rekord mit 214 Metern aufgestellt. Um solche Zeiten bzw. Tiefen zu schaffen, muss der Taucher körperlich in Bestform sein und eine lange Übungsphase absolvieren.

Dem Körper nicht zu viel zumuten

Apnoetauchen ist nicht nur als Erfahrung für die Sinne und die Wahrnehmung der Unterwasserwelt extrem, sondern auch eine große Belastung für den Körper. Hier kann man sich als Taucher schnell selbst überschätzen. Wenn die eigenen Sauerstoffvorräte nicht ausreichen, drohen Ohnmacht, Störungen der Sinneswahrnehmungen oder auch die Gefahr eines Tiefenrausches. Auch körperliche Schäden wie ein gerissenes Trommelfell oder ein Lungenödem können eintreten. Daher geht jedem Apnoetauchgang eine lange Trainingsphase voraus, in der der Taucher lernt, seine Atmung bestmöglich zu kontrollieren und auch den Druckausgleich zu beherrschen.

Apnoetauchen nie im Alleingang

Bei all den Gefahren, die das Freitauchen, wie Apnoetauchen auch genannt wird, in sich birgt, sollte niemals alleine ohne Sauerstoffgerät getaucht werden. Zudem empfiehlt es sich, das Training unter professioneller Anweisung zuerst in einem Schwimmbecken zu beginnen, bevor sich ins offene Gewässer gewagt wird. Beim Training werden spezielle Atemtechniken angewandt und zudem die mentale Stärke mittels Meditationsformen trainiert. Denn bei der außergewöhnlichen Selbsterfahrung, die sich bei einem Apnoetauchgang erleben lässt, gilt es, stets die Ruhe zu bewahren und die Konzentration zu halten, damit nicht unnötig Sauerstoff verbraucht wird oder eine Paniksituation entsteht.

Verschiedene Disziplinen des Apnoetauchens

Zum einen wird Apnoetauchen in Form des Zeittauchens ausgeübt, auch statistisches Apnoe genannt. Dabei geht es allein um die gemessene Zeit unter Wasser, der Taucher bewegt sich dabei nicht. Beim Streckentauchen dagegen zählt die so weit wie möglich getauchte Strecke, diese Apnoeform wird auch dynamisches Apnoe genannt. Die Taucher nutzen nur das Nötigste an Ausrüstung während ihres Tauchgangs, dazu gehören u.a. Neoprenanzug und Flossen.

Weitere Links zum Thema Apnoetauchen:

Video: Weltrekordversuch im Tieftauchen endet im Krankenhaus

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Eine Antwort

  • Profilbild von Michael

    Michael

    Apnoetauchen ist eigentlich die schönste Art zum Tauchen. Es ist schon bemerkenswert wie lange manche unter Wasser mit einem Atemzug bleiben können. Respekt!

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